| Um Interessierten und angehenden Züchtern
einen kleinen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten
der Farbvariationen zu geben, wollen wir an dieser Stelle die grundlegenden
und häufigsten Phänotypen vorstellen. Vorweg sei gesagt, dass sowohl bei Kornnattern als auch bei Strumpfband- und Bändernattern sich das Erscheinungsbild des Wildtyps aus den Farben Schwarz (Melanin), Rot (Erythrin) und Gelb (Xanthin) zusammensetzt. Wie wir nun bereits im Kapitel Genetik erfahren haben gibt es rezessive Gene, die zum Fehlen, zur Verminderung oder zum Überschuss einzelner oder auch mehrerer Farbstoffe führen können sofern sie homozygot vorliegen: Melanistisch, Erythristisch, Xanthisch: Diese Bezeichnung beschreibt einen Überschuss des jeweiligen Farbstoffes, der oft so groß ist, dass sämtliche anderen Farbstoffe davon überlagert werden. Melanistische Tiere erscheinen dadurch fast völlig schwarz, bei der Farbform „Crimson“ (Thamnophis sirtalis sirtalis) ist der Erythrismus ebenfalls deutlich zu sehen. |
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Hypomelanistisch, Hypoerythristisch, Hypoxanthisch: Hier wird durch die Vorsilbe hypo- deutlich gemacht, dass der entsprechende Farbstoff nur reduziert vorhanden ist. Dies kann von kaum merkbarer Reduktion bis zum annähernden Fehlen des Farbstoffes reichen. So kann z. B. eine hypomelanistische Kornnatter kaum von einer wildfarbenen zu unterscheiden sein, oder aber auch kaum sichtbare Sattelfleckenumrandungen aufweisen. |
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Amelanistisch, Anerythristisch, Axanthisch: Durch die Vorsilbe a(n)- wird das Fehlen eines bestimmten Farbstoffes ausgedrückt, d. h. amelanistische Tiere bilden keinen schwarzen, anerythristische Tiere keinen roten und axanthische Tiere keinen gelben Farbstoff aus. |
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Caramel: Caramel ist eine anerythristische Form der Kornnatter, bei der zusätzlich ein erhöhter Gelbanteil vorliegt. Da sich der gelbe Farbstoff erst im Laufe des Wachstums vollständig ausprägt, sind Caramel-Schlüpflinge kaum von anerythristischen Schlüpflingen zu unterscheiden. Adulte Kornnattern der Farbform Caramel hingegen weisen eine intensive gelbe Grundfärbung auf, den caramelfarbenen Sattelflecken verdankt diese Farbvariante ihren Namen. |
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Charcoal: Eine weitere anerythristische Form der Kornnattern ist Charcoal. Im Gegensatz zu Caramel sollte diese Mutation keine gelben Farbpigmente besitzen, jedoch sind in letzter Zeit bei einigen Nachzuchten durchaus gelbe Flanken aufgetreten. Dies stellt die Züchter nun vor offene Fragen, was den Gelbanteil bei Charcoal betrifft. Aus den selben Gründen, wie bereits bei „Caramel“ angeführt, sind auch Charcoal-Schlüpflinge kaum von anerythristischen Schlüpflingen zu unterscheiden. Ein geschultes Auge jedoch erkennt einen leichten bläulichen Schimmer am Kopf der Jungtiere. Black muted: Im Gegensatz zu melanistischen Tieren, die einen Überschuss an Melanin produzieren und dadurch die anderen Farbpigmente nur überlagert werden, bilden Tiere dieser Mutation nur Melanin aus. Sie sind also in der Regel dunkel gefärbt und bilden weder roten noch gelben Farbstoff aus. |
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Lavender: Die vierte und letzte anerythristische Kornnattern-Farbvariante bildet der Phänotyp „Lavender“. Wie der Name bereits vermuten lässt, sind diese Tiere lavendelfarben. Zusätzlich zum Anerythrismus liegt hier ein Defekt in der Melaninsynthese vor. Nach wie vor aber besitzen diese Tiere ein Enzym, das Tyrosin, das den Vorläufer aus Melanin umsetzt, dies gibt den Tieren das lilaartige Aussehen. Auch kann man bei den meisten Tieren dieser Farbform bei entsprechenden Lichtverhältnissen rubinrote Augen feststellen. |
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Snow: Snow ist sowohl anerythristisch als auch amelanistisch. Diese Farbvariante besitzt nur gelbe Farbstoffe und ist im Gegensatz zu echten Albinos nicht rein weiß. Die Zeichnung ist durch die Produktion von Xanthin nach wie vor zu sehen. |
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Ghost: Ein sehr helles Aussehen verleiht dieser Farbform die Kombination aus Anerythrismus und Hypomelanismus. Durch das Fehlen des roten und die Reduktion des schwarzen Farbstoffes erscheinen diese Tiere mehr oder weniger grau bis grau-braun. |
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Blizzard: Im Gegensatz zu amelanistischen Tieren, die oft als Albinos bezeichnet werden, ist dies eine echte albinotische Form. Albinismus beschreibt das Fehlen sämtlicher Farbpigmente, die Schlange erscheint also reinweiß und hat rote Augen. Leuzistisch: Auch dies ist eine albinotische Form, jedoch hat eine leuzistische Schlange im Gegensatz zur Blizzard keine roten, sondern dunkle bis blaue Augen. |
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Für die blaue Färbung der Gattung Thamnophis sind durchsichtige Kristalle (Guanin) verantwortlich, die das Licht besonders gut reflektieren und so helle bis weißliche Farben erzeugen. Durch Überlagerung mit anderen Farbpigmenten kommt ein grünlicher oder auch bläulicher Schimmer zustande. Mittlerweile gibt es vor allem bei den Kornnattern eine Vielzahl von Farbvarianten, die aus verschiedenen Kombinationen oben genannter Mutationen entstanden sind. Die Farbzucht von Bänder- und Strumpfbandnattern steckt bisher noch in den Kinderschuhen und ist bei weitem noch nicht so populär wie die Farbzucht von Kornnattern. Zur Zeit wird vermehrt in den USA versucht verschiedene Farbvarianten nachzuziehen. Da sich auf dem europäischen Kontinent erst seit 1999 etwas intensiver mit der gezielten Farbzucht von Thamnophis beschäftigt wird ist es schwer die passenden Zuchttiere zu erhalten! |
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