Vor dem Kauf: Bevor man sich zum Kauf einer Schlange entscheidet, ist es unbedingt notwendig, sich über deren Bedürfnisse und Anforderungen an den Halter zu informieren. Nichts ist schlimmer, als ein Tier aufgrund einer mangelhaften Information zu verlieren. Zumal dies auch vollkommen unnötig ist, da es genügend Material gibt, das hinlänglich Wissen über Schlangen vermittelt. Sei es das Internet, seien es die guten alten Bücher , die es zu jeder Art in etlichen Ausführungen gibt oder einfach eine Diskussion in einem der zahlreichen Chats. Zum Teil mag es auch hilfreich sein, sich in einem versierten Reptilienladen beraten zu lassen, allerdings ersetzt eine Beratung niemals das Aneignen eigenen Wissens. Zumal es durchaus passieren kann, das der beratende Verkäufer nur sein Geschäft im Sinn hat und sich über den dem Kauf anschließenden Verbleib der Tiere keine Gedanken macht. Dies hört sich sehr negativ an, gehört aber leider zur Tagesordnung. Hat man sich vorab ausreichend über die Terraristik und die in die engere Wahl fallenden Tiere informiert, sollte es nicht mehr allzu schwer sein, sich mit den nötigen Materialien auszustatten. Es gibt fast überall gut sortierte Zoo- und Reptilienläden, die einem ein ausreichendes Angebot an Terrarien, Beleuchtung, Verstecken, Kletterästen etc. bieten. Generell ist hierbei darauf zu achten, dass alle elektrischen Geräte ein Prüfsiegel aufweisen, um im Schadensfall die Wirksamkeit der Versicherung nicht zu gefährden! Ein kleiner Tipp: Es lohnt sich durchaus vor der Anschaffung von elektrischen Geräten dem heimischen Baumarkt einen Besuch abzustatten. Leuchtmittel, Fassungen, Kabel, etc. können hier meist wesentlich günstiger und in mindestens ebensoguter Qualität erworben werden. Hat man sich nun mit allem nötigen Rüstzeug ausgestattet und das Terrarium fertig eingerichtet, ist es ratsam dieses für ein paar Tage ohne Besatz in Betrieb zu nehmen. So bietet sich die Möglichkeit Temperaturkontrollen etc. vorzunehmen und gegebenenfalls Korrekturen durchzuführen. Außerdem kann man sich vom Funktionieren aller Geräte überzeugen und Feinabstimmungen an Zeitschaltuhren, Temperaturfühlern o.ä. vornehmen. Kauf der Tiere: Ist soweit alles zur Zufriedenheit erledigt, kann man sich nun voll auf den Kauf seiner Tiere konzentrieren. Dies ist extrem wichtig, da leider nicht alle angebotenen Tiere einwandfrei sind und somit für eine herbe Enttäuschung sorgen könnten. Wo man seine Tiere kauft ist Geschmackssache. Jeder hat hierzu seine eigene Meinung. Grundsätzlich bieten sich einem folgende Möglichkeiten: Kauf der Tiere bei einem Züchter, auf einer Börse, bei einem Händler. Jede Möglichkeit hat ihre Vor- und Nachteile. Beim Züchter erhält man meist gesunde und futterfeste Tiere. Von ihm erhält man auch alle Informationen bezüglich Herkunft, Elterntiere, bisherige Haltungsbedingungen etc. Allerdings sind die Tiere meist teurer als bei den beiden anderen Varianten. Bedenkt man jedoch, dass man neben gesunden Tieren auch noch Gewissheit über deren Herkunft, Aufzucht und gute Beratung bekommt, lohnt sich eine vergleichsweise niedrige Mehrinvestition meist schon beim nächsten Tierarztbesuch, bei dem lediglich ein top Gesundheitszustand diagnostiziert werden sollte und somit weitere Kosten für eine Behandlung ausbleiben. Auf Börsen werden meist Nachzuchten von Züchtern angeboten. Es kommt häufig vor, dass die Tiere vom ständigen Reisen gestresst und apathisch sind. Zudem herrscht auf Börsen oft ein so großer Publikumsverkehr, dass eine ausreichende und ausführliche Information durch den Verkäufer ausbleiben kann. Es können sich allerdings auf Börsen durchaus auch wirkliche Schnäppchen und Raritäten finden lassen. Hier gilt, genauso wie beim Kauf vom Händler: Es ist immer gut, einen befreundeten und erfahrenen Terrarianer zum Kauf der Tiere mitzunehmen! Man selbst ist am Anfang meist aufgeregt und vergisst, alle nötigen Fragen zu stellen, bzw. übersieht eindeutige Krankheitsanzeichen oder sonstiges dieser Art. Ein genaues Erfragen aller nötigen Daten beim Verkäufer kann zudem Aufschluss über dessen Einstellung zu den Tieren geben. Leistet der Verkäufer bereitwillig Auskunft zu jeder Frage ist dies ein gutes Zeichen, dass bei diesem Verkäufer gesunde Tiere erworben werden können. Beim Händler werden überwiegend Wildfänge angeboten. Diese neigen dazu von Parasiten befallen zu sein. Ein Punkt, auf den man beim Kauf immer achten sollte. Ist das Tier ansonsten fit und vital sind Innenparasiten trotzdem nicht auszuschließen. Sie gehören in der freien Natur dazu und werden durch die Nahrung aufgenommen. Generell stellen sie für die Tiere keine große Gefahr dar. Werden unsere Schützlinge allerdings dann in Gefangenschaft gehalten, führt dies zu einer übermäßigen Vermehrung der Parasiten und somit, unbehandelt, meist zum Tod der Tiere. Eine dem Kauf anschließende Kotuntersuchung durch den Tierarzt ist somit unbedingt notwendig. Er wird einem die notwendigen Schritte erläutern und wirksame Medikamente verschreiben. Beim Händler werden die Tiere meist günstiger als beim Züchter angeboten, allerdings mangelt es häufig an weitergehenden Informationen über Herkunft, Alter etc. Resümee: Ich persönliche neige dazu, meine Tiere lieber bei einem Züchter zu kaufen, obwohl dies meist teurer ist. Die Gewissheit, lange Freude an meinen Tieren zu haben, ist mir den meist geringen Aufpreis allemal wert. Zudem muß man bedenken, welche Mehrkosten einen erwarten, wenn man sich ein Wildfangtier kauft. Kosten für Kotproben, Milbenbekämpfung und Medikamente sind bei einem solchen Kauf vorprogrammiert und enden leicht in einem dreistelligen Eurobetrag. Darüber muß man sich im klaren sein, wenn man sich ein Wildfangtier kauft und sollte sich dessen auch bewußt sein, wenn ein Züchter für seine gesunden und untersuchten Tiere einen höheren Preis als ein Händler verlangt. Allerdings wird man nicht immer die gewünschten Tiere bei einem Züchter finden und kann dann, unter Beachtung der oben angegebenen Punkte durchaus auch an anderer Stelle einen guten Kauf tätigen. |
|
||||||||||||||||||||||||